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Wann wurde die Lesebrille erfunden?

Die Erfindung der Lesebrille war ein gewaltiger kultureller Fortschritt für die Menschheit, denn das Problem der Altersweitsichtigkeit besteht, seit die Menschen mit zunehmendem Wohlstand älter wurden. Anfangs wurden lediglich konvexe Gläser und geschliffene Bergkristalle zur Vergrößerung der Schrift benutzt. Erst im Mittelalter wurden konvex geschliffene Linsen ohne Bügel die ersten Vorläufer der Lesebrille.

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Lesebrille: Erfindung aus dem Mittelalter

Bei der Beantwortung der Frage: „Wann wurde die Lesebrille erfunden?“, muss eine Zeitreise in das Mittelalter unternommen werden. Zu den Wegbereitern für die damals bahnbrechende Erfindung gehörte Roger Bacon, der im 13. Jahrhundert lebte und die Bedeutung des bereits bekannten Lesesteins erkannte. Der Lesestein bestand aus einer halbkugelförmigen konvexen Linse mit einer flachen Seite, die in europäischen Klöstern auf Bücher und Schriften gelegt wurde. Die Schriftzeichen wurden deutlich vergrößert und die Mönche konnten wieder lesen. Ein Vorläufer der Lesebrille war eine Sehhilfe ohne Bügel für beide Augen, die auf die Nase gesetzt wurde. Sie wurde im Jahr 1305 vom Dominikanermönch Giordano da Rivalto in einem Manuskript erstmalig erwähnt.

Brillenapostel in mittelalterlichen Fresken

Aus dem Jahr 1352 stammt die älteste bekannte Darstellung einer Lesebrille. Der Maler Tommaso da Modena verewigte in einem Fresko die Mönche eines Dominikanerordens mit Sehhilfen. Bekannt wurde der sogenannte Brillenapostel in der Stadtkirche von Bad Wildungen, den der Maler Conrad von Soest im Jahr 1403 in einer Wandmalerei festhielt. Die heute bekannte Form der Lesebrille mit zwei seitlich angebrachten Bügeln, die hinter den Ohren enden, entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Bis zur Entwicklung dieser Lesehilfe vergingen nahezu 500 Jahre. In der Folge wurden die Nasenauflage und die Bügelkonstruktion stetig weiterentwickelt und optimiert.

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